{"id":696,"date":"2020-10-07T13:25:31","date_gmt":"2020-10-07T11:25:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.twr.at\/wp\/?page_id=696"},"modified":"2020-10-07T13:27:49","modified_gmt":"2020-10-07T11:27:49","slug":"hesshaimer-ludwig-biographie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.exlibris.or.at\/?page_id=696","title":{"rendered":"Ludwig Hesshaimer Biographie"},"content":{"rendered":"\n<p>Hesshaimer (He\u00dfhaimer) Ludwig, Biographie,\n1872-1956.<\/p>\n\n\n\n<p>Der K\u00fcnstler wurde am 10.3.1872 in Kronstadt\ngeboren, als Sohn des Kaufmannes Adolf He\u00dfhaimer (1845-1917) und dessen Ehefrau\nAuguste, geb. Lassel (*1852), Tochter des Lehrers und sp\u00e4teren Rektors des\nHonterusgymnasiums in Kronstadt, Franz Lassel d. J, (SSL II, 337 u.IV, 262),\nund Schwester des Komponisten Rudolf Lassel (SSL IV, 262-263). Die V\u00e4terlichen\nVorfahren waren aus Oberungarn (Insel Sch\u00fctt bei Pre\u00dfburg) nach Siebenb\u00fcrgen\neingewandert. Bereits als sechsj\u00e4hriger verlie\u00df er mit seinen Eltern seine\nVaterstadt, die er nur gelegentlich bei kurzen Besuchen wiedersah.<\/p>\n\n\n\n<p>Die bildende Kunstbegabung scheint er\nm\u00fctterlicherseits geerbt zu haben; denn seine Mutter, die Rektorstochter\nAuguste Lassel, war eine gewandte Zeichnerin. In der Familie wurde Kunst,\nvornehmlich Musik, viel und eifrig gepflegt und Hesshaimers Schwester, Ella\nHild (Exlibris), ist eine au\u00dferordentlich musikalisch begabte Dame. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Familie zog zun\u00e4chst nach Stockerau bei Wien und\nvon dort im Jahre 1878 nach Triest. Seine Schulzeit verbrachte er in Triest und\nWien. Mit 16 Jahren kam er in die Kadettenschule in Budapest. Nach seiner\nAusmusterung war er als Soldat \u2013 anfangs als Truppenoffizier \u2013 in nicht weniger\nals 15 Garnisonen stationiert, unter anderem als Leutnant in den Garnisonen\nBudapest, Szabadka und Sarajewo. Als Oberleutnant wurde er als Zeichenlehrer an\ndie Milit\u00e4r-Unterrealschule nach St. P\u00f6lten und als Hauptmann in gleicher\nEigenschaft zun\u00e4chst nach Linz und dann nach Salzburg versetzt. Am 29. M\u00e4rz\n1901 heiratete er Olga K\u00f6hler, die Tochter eines Oberstabsarztes. Der Ehe\nentstammen zwei T\u00f6chter. 1903 lernte er in Wien den Maler A.G. Mielich kennen,\nder den gr\u00f6\u00dften Einflu\u00df auf seine k\u00fcnstlerische Entwicklung nehmen sollte. Nach\nzweij\u00e4hrigem Aufenthalt in Salzburg lie\u00df er sich f\u00fcr ein Jahr beurlauben und\n\u00fcbersiedelte 1909 mit seiner Familie nach Wien, um sich hier ganz seinen\nKunststudien zu widmen. Da ihm das Studium an der Akademie f\u00fcr bildende K\u00fcnste\naber nicht zusagte, ging er an die graphische Lehr- und Versuchsanstalt mit\nihrem reichen Lehrplan und den vielen Werkst\u00e4tten f\u00fcr die verschiedensten\nVervielf\u00e4ltigungsverfahren, wo er sich viele einschl\u00e4gige Kenntnisse und\nFertigkeiten erwarb. Nach Ablauf des Urlausjahres nach Sarajewo versetzt,\ner\u00f6ffnete er hier ein Atelier, in dem er sich vornehmlich Radierungen,\nLithographien und \u00c4tzungen widmete. 1911 begann er mit seinen Arbeiten vor die\n\u00d6ffentlichkeit zu treten, zun\u00e4chst im K\u00fcnstlerhaus in Wien, danach im\nGlaspalast in M\u00fcnchen sowie auch in anderen St\u00e4dten. Auf Grund seiner ersten\nAusstellung in Wien wurde ihm 1915 von der Wiener Akademie der bildenden K\u00fcnste\nder Titel eines \u201eAkademischen Malers\u201c verliehen. Die Jahre bis zum Krieg waren\njedoch weniger dem freien k\u00fcnstlerischen Schaffen als vielmehr einer\numfangreichen und fruchtbaren Erziehert\u00e4tigkeit und zahlreichen k\u00fcnstlerischen\nGelegenheitsarbeiten im Rahmen des milit\u00e4rischen Dienstes gewidmet. Zur freien\nk\u00fcnstlerischen Entfaltung kam er erst durch den Ausbruch des Ersten\nWeltkrieges, der seinen Arbeiten in Sarajewo ein Ende setzte. Nach mehreren\nMonaten an der Front wurde er in das Kriegspressequartier berufen und schrieb\nw\u00e4hrend seiner dortigen zweieinhalbj\u00e4hrigen T\u00e4tigkeit nicht nur zahlreiche\nErlebnis- und Gelegenheitsartikel, sondern schuf, zum Teil in vorderster Linie\nim Sch\u00fctzengraben, auch zahlreiche Zeichnungen, die er zum gro\u00dfen Teil dem\nHeeresmuseum als Spende zukommen lie\u00df. F\u00fcr die \u201eLeipziger Illustrierte Zeitung\u201c\nwirkte er w\u00e4hrend des ganzen Krieges, den er an nahezu allen Fronten\n\u00d6sterreich-Ungarns mitmachte als Kriegszeichner. Auch schuf er eine gro\u00dfe\nAnzahl von Zeichnungen f\u00fcr Vivatb\u00e4nder und Ansichtskarten und entwarf\nErinnerungs- und Festkarten, die, wie auch die von ihm veranstalteten\nKunstausstellungen, Kriegsf\u00fcrsorgeaktionen zu Gute kamen. Nach Ende des Krieges\ngab er aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden seine milit\u00e4rische Laufbahn auf und lie\u00df\nsich endg\u00fcltig in Wien nieder, wurde Berufsk\u00fcnstler und war als Radierer,\nMaler, Schriftsteller, Vortragender, Organisator und Mitarbeiter vieler\nZeitungen und Zeitschriften wie die \u201e\u00d6sterreichische Illustrierte Zeitung\u201c,\n\u201eDonauland\u201c, \u201e\u00d6sterreichische Rundschau\u201c, \u201eDer getreue Eckart\u201c, \u201eUniversum\u201c,\n\u201ePostmarke\u201c und anderen t\u00e4tig. Die Graphik jedoch war und blieb sein\nLieblingsgebiet. Zwanzig Jahre war er Leiter der Kunstabteilung des \u00f6sterreichischen\nOffiziersverbandes, vierzehn Jahre hindurch auch im Vorstand des \u201eAlbrecht\nD\u00fcrer Bundes\u201c und sp\u00e4ter auch Vorstand der neugegr\u00fcndeten \u201eGemeinschaft\nbildender K\u00fcnstler\u201c. Seine soziale Einstellung dr\u00fcckte sich auch in seinem\nBem\u00fchen aus, zahlreichen ehemaligen Offizieren der alten Armee die schwere\nNachkriegszeit zu erleichtern, was ihm die Bef\u00f6rderung zum Oberst ehrenhalber\neinbrachte. Seine nach dem Krieg geschaffenen Gem\u00e4lde befinden sich vorwiegend\nin Wiener Museen (\u201eAlbertina\u201c, in der sich allein 170 seiner Zeichnungen\nbefinden, Museum f\u00fcr V\u00f6lkerkunde, Heeresgeschichtliches Museum usw.), aber auch\nim Rainer Museum in Salzburg, in der Ungarischen Nationalgalerie in Budapest,\nim Brukenthal Museum in Hermannstadt und im Privatbesitz. Schon als Kind entwickelte\ner eine gro\u00dfe Liebe zu Briefmarken, denen er sich sp\u00e4ter auch intensiv als\nSammler und Graphiker widmete. Nach dem Ersten Weltkrieg engagierte er sich\nauch f\u00fcr die organisierte Philatelie und wurde 1921 der erste Pr\u00e4sident des\nVerbandes \u00d6sterreichischer Philatelisten, ein Amt, das er zwanzig Jahre\nhindurch innehatte. 1930 erschien die erste von ihm entworfene Briefmarkenserie\nf\u00fcr Island, sp\u00e4ter entwarf er Briefmarken auch f\u00fcr Kolumbien, Liechtenstein,\nUngarn und Brasilien und schuf \u00fcber 200 Exlibris. Das Ende des Zweiten\nWeltkrieges, w\u00e4hrend dessen er nach P\u00f6tzleinsdorf geflohen war, besiegelte auch\nden Verlust des gr\u00f6\u00dften Teiles seines k\u00fcnstlerischen Schaffens, da das auf ein\nSchlo\u00df in Nieder\u00f6sterreich evakuierte Archiv von den Russen gr\u00f6\u00dftenteils\nvernichtet wurde. Zahlreiche Auszeichnungen werteten seine k\u00fcnstlerischen\nLeistungen. So erhielt er 1921 f\u00fcr den \u201eTotentanz\u201c die Medaille der Stadt\nSalzburg. 1923 und 1926 f\u00fcr Markenentw\u00fcrfe und Philatelistenstiche die Medaille\nund ein Ehrendiplom der Stadt Wien, 1926 auch die Medaille und 1928 das\nEhrendiplom des Albrecht D\u00fcrer-Bundes. 1928 wurde ihm in Wiesbaden die\nHans-Wagner-Medaille f\u00fcr Verdienste in der Philatelie verliehen. 1930 in Berlin\ndie Plakette \u201eIposta\u201c f\u00fcr die Gestaltung der Island Marken und 1931 in Hamburg\ndie Plakette \u201eMophilia\u201c. Zu seinen Ehren wurde au\u00dferdem 1928 die\n\u201eHe\u00dfhaimer-Plakette\u201c geschaffen, die vom Verband der \u00d6sterreichischen\nPhilatelisten-Vereine f\u00fcr Verdienste auf dem Gebiet der Philatelie im in- und\nAusland verliehen wurde. Nach dem Tode seiner \u00e4ltesten Tochter und seiner Frau\n\u00fcbersiedelte er 1950 zu seiner j\u00fcngeren Tochter nach Brasilien. Er starb\n10.1.1956 in der N\u00e4he von Rio de Janeiro und ist dort in den Bergen begraben. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nachweis:<\/p>\n\n\n\n<p>Schriftstellerlexikon der Siebenb\u00fcrger Deutschen.\nBio-Bibliographisches Handbuch f\u00fcr Wissenschaft, Dichtung und Publizistik. <\/p>\n\n\n\n<p>Begr\u00fcndet\nvon Joseph Trausch, und fortgef\u00fchrt von Friedrich Schuller und Hermann A. Hienz.\nBd. VII, H-J. \u00a9 B\u00f6hlau Verlag K\u00f6ln Weimar Wien 2000. [Schriften zur Landeskunde\nSiebenb\u00fcrgens. Hrsg: Paul Paul Philipp, Harald Roth, G\u00fcnther H. Tontsch.]\nNachweis: \u00d6NB: 2.055.107-B.7, H-J Mag.<\/p>\n\n\n\n<p>Ausf\u00fchrliche\nExlibris- und andere Nachweise auf Anfrage! (Bitte e-mail senden,&nbsp; rath.p@aon.at <\/p>\n\n\n\n<p>Ein\nNachla\u00df befindet sich in der Siebenb\u00fcrgerischen Bibliothek Gundelsheim. Geh\u00f6rt\nzur Universit\u00e4t Heidelberg. (Dipl. Bibl. Christian Rother). <\/p>\n\n\n\n<p>Erstellt\nvon Peter Rath \u00a9, Wien, Juli bis September 2020.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hesshaimer (He\u00dfhaimer) Ludwig, Biographie, 1872-1956. Der K\u00fcnstler wurde am 10.3.1872 in Kronstadt geboren, als Sohn des Kaufmannes Adolf He\u00dfhaimer (1845-1917) und dessen Ehefrau Auguste, geb. Lassel (*1852), Tochter des Lehrers und sp\u00e4teren Rektors des Honterusgymnasiums in Kronstadt, Franz Lassel d. J, (SSL II, 337 u.IV, 262), und Schwester des Komponisten Rudolf Lassel (SSL IV, 262-263). &hellip; <a href=\"https:\/\/www.exlibris.or.at\/?page_id=696\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Ludwig Hesshaimer Biographie<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.exlibris.or.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/696"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.exlibris.or.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.exlibris.or.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.exlibris.or.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.exlibris.or.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=696"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.exlibris.or.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/696\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":700,"href":"https:\/\/www.exlibris.or.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/696\/revisions\/700"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.exlibris.or.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=696"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}