{"id":558,"date":"2020-09-02T09:22:40","date_gmt":"2020-09-02T07:22:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.twr.at\/wp\/?page_id=558"},"modified":"2023-04-07T13:57:52","modified_gmt":"2023-04-07T11:57:52","slug":"558-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.exlibris.or.at\/?page_id=558","title":{"rendered":"Maria von Peteani"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Maria von Peteani &amp; Johann Strauss<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><strong>&#8222;Spurensuche im Walzertakt&#8220; <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>von Peter Rath<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es ist immer wieder erstaunlich, welche F\u00fclle an ungehobenen Sch\u00e4tzen noch in den alten Jahrb\u00fcchern der \u00d6sterreichischen Exlibrisgesellschaft verborgen liegen. Die Vorstellung einer neuen Exlibrisk\u00fcnstlerin im Jahrbuch Nr. 7\/1909 und eine weitere Erw\u00e4hnung in Nr. 9\/1911 in der Rubrik &#8222;<em>Allerlei neue Exlibris<\/em>&#8220; f\u00fchrten zu meinen bisher aufwendigsten Nachforschungen zum Thema Musikexlibris.&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/members.aon.at\/musikus\/img\/button.jpg\" alt=\"1. Dieser Nachlass wurde in den Jahren 1964 und 1965, der Rest im Jahre 1971, von ihrer langj\u00e4hrigen Sekret\u00e4rin und sp\u00e4teren Adoptivtochter, Else Barabas-Sauer (bereits verstorben), dem Archiv der Stadt Linz \u00fcbergeben. In diesen Unterlagen waren nicht nur interessante Querverbindungen in der \u00f6sterreichischen Kultur und Musikszene zu finden, sondern auch bisher unbekannte Dokumente und Briefe, die hier das erste Mal publiziert werden.\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Die K\u00fcnstlerin  Maria von Peteani, als Schriftstellerin in Ober\u00f6sterreich wohlbekannt, \u00fcberrascht uns mit drei von ihr geschaffenen Exlibris: Im Jahre 1909 mit einem Blatt f\u00fcr &#8222;Josef Simon&#8220; und im Jahre 1911 mit den Bl\u00e4ttern f\u00fcr &#8222;Alice Epstein&#8220; und f\u00fcr &#8222;Frau Johann Strauss&#8220;. Laut Text im Jahrbuch 1911 &#8222;bildet das Exlibris f\u00fcr Frau Johann Strauss eine Huldigung f\u00fcr ihren verewigten Gemahl, den unvergesslichen Walzerk\u00f6nig. Es ist eine Allegorie von Musik, Tanz, Lebensfreude, und deutet gleichzeitig auf die &#8218;Fledermaus&#8216;, die unsterbliche Operette, hin. Wir freuen uns, diese beiden, aus einer unserer ersten Wiener Kunstanstalt hervorgegangenen Lichtdrucke vorf\u00fchren zu k\u00f6nnen, und sind davon \u00fcberzeugt, dass deren Publikation dazu beitragen wird, diese mit Unrecht vernachl\u00e4ssigte Vervielf\u00e4ltigungsart wieder zu popularisieren.&#8220; Die Entdeckung des schriftlichen Nachlasses von Maria von Peteani im Archiv der Stadt Linz k\u00f6nnte als Basis f\u00fcr weitere Nachforschungen dienen.  &nbsp;&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p>Maria von Peteani wurde als Tochter des Postrates Dr. Edmund Sauer am 2. Februar 1888 in Prag geboren. 1890 \u00fcbersiedelte die Familie nach Linz. Sie besuchte die Volksschule und das M\u00e4dchenlyceum, lernte Englisch, Franz\u00f6sisch und Italienisch. Sie nahm Zeichenunterricht bei Prof. Eduard Lorenz, Klavier- und Musikunterricht bei ihrem Vater. Im Jahre 1908 verm\u00e4hlte sie sich mit dem Operns\u00e4nger Eugen von Peteani, Reichsritter von Steinberg (1873-1913), Gutsbesitzer in G\u00f6rz (nun Gorizia nahe Triest), der 1909 beim Zusammenbruch der Lenassi-Bank in G\u00f6rz nahezu sein ganzes Verm\u00f6gen verlor.&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p> Gastspiele des Tenors f\u00fchrten von der Wiener und Budapester Hofoper auch nach Stockholm und Mailand. Nach Stimmproblemen, und vor dem finanziellen Ruin stehend, er\u00f6ffneten Maria und Eugen im Jahre 1912 eine Fremdenpension in seiner ererbten Villa in G\u00f6rz. Das Schicksal beschloss es jedoch anders: Eugen starb schon 1913 an einem Gehimschlag. K\u00f6rperlich und seelisch krank, kehrte Maria zu ihrer Mutter nach Linz zur\u00fcck. Seither lebte sie freischaffend in Linz. In den Jahren 1910-1920 war Maria von Peteani als Zeichnerin t\u00e4tig. <\/p>\n\n\n\n<p> Sie schuf Titelbl\u00e4tter, Modezeichnungen und Exlibris. Ansichtskarten mit Damenmodeentw\u00fcrfen erschienen bei Munk in Wien.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p> Erst 1920 begann sie ihre schriftstellerische Laufbahn. Bekannt wurde  sie vor allem durch 17 Romane, neun H\u00f6rspiele, lokale Artikelserien und  eine gro\u00dfe Anzahl Erz\u00e4hlungen  und Feuilletons. Von 1926-1938 war sie st\u00e4ndige  Feuilleton-Mitarbeiterin am neuen &#8222;Wiener Tagblatt&#8220;, beim &#8222;Getreuen  Eckart&#8220; und bei der &#8222;Deutschen Allgemeinen Zeitung&#8220;.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p> Mit 1.10. 1940 wurde ihr mit einem Schreiben der Reichsschrifttumskammer  &#8222;jede Bet\u00e4tigung als Schriftstellerin untersagt. Im \u00dcbertretungsfalle  m\u00fcssten die Strafbestimmungen des Reichskulturkammergesetzes gegen sie  in Anwendung gebracht werden.&#8220;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>  Die Schriftstellerin war nicht in der Lage, einen kompletten  Ariernachweis zu erbringen. Ihre Gro\u00dfeltern m\u00fctterlicherseits wurden, laut Auskunft der  Matrikelverwaltung der israelitischen Religionsgemeinde in Wien, im  b\u00f6hmischen Horschitz (Horice) von Israel Goldschmied, Rabbiner aus  Reichenau a. d. Knezna (Rychnow nad Kneznou) am 15. 7. 1851 getraut.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>  In einer ber\u00fchrenden Antwort an die Reichsschrifttumskammer schreibt sie:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/members.aon.at\/musikus\/img\/button.jpg\" alt=\"2.&quot;Landesarchiv Linz&quot;\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>\n\n&#8222;Au\u00dfer meinen schriftstellerischen Honoraren, habe ich nie ein anderes \nEinkommen bezogen, niemals Renten oder Unterst\u00fctzung oder Pension \nempfangen. Wenn meine letzten Notgroschen aufgezehrt sein werden, was \ndann? (&#8230;) Lassen Sie mich wieder ein n\u00fctzliches Mitglied der \nGemeinschaft sein, lassen Sie mich G\u00fcte und Freude empfangen, um G\u00fcte \nund Freude neu aussenden zu\nk\u00f6nnen &#8211; geben Sie mir meine Arbeit wieder!&#8220;&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p> Freunde und Bekannte von Maria k\u00e4mpften f\u00fcr eine Ausnahmeregelung, nicht  un\u00fcblich f\u00fcr diese Zeit, aber vergebens. Ein hochbetagter, noch  lebender Schriftsteller-&#8222;Kollege&#8220;, der bei dieser Aff\u00e4re eine etwas  zweifelhafte Rolle spielte, kann sich heute nicht mehr erinnern &#8230;  Maria starb am 28. Juli 1960 in Linz. An ihrem Wohn- und Sterbehaus in  der Mozartstra\u00dfe 26 wurde eine Gedenktafel angebracht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong> <em>Die Exlibrisk\u00fcnstlerin<\/em> <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Maria von Peteani&#8217;s Nachlass fanden sich Exlibris f\u00fcr Josef Simon, Richard Kola, Dora Abart und Alice Epstein. Das letztere war im &#8222;Jahrbuch 9\/1911&#8220; der \u00d6sterreichischen Ex\u00adlibrisgesellschaft &#8222;\u00d6EG&#8220; abgebildet (ebenso das Exlibris f\u00fcr Frau Johann Strauss), das Josef Simon-Exlibris wurde im &#8222;Jahrbuch 7\/1909&#8220; der &#8222;\u00d6EG&#8220; besprochen, jedoch nicht abgebildet.&nbsp;  Eine Verbindung zwischen dem Exlibris f\u00fcr Frau Johann Strauss (<a href=\"http:\/\/members.aon.at\/musikus\/img\/exl1.jpg\">Abb. 1<\/a>) und Alice Epsteins (<a href=\"http:\/\/members.aon.at\/musikus\/img\/exl2.jpg\">Abb. 2<\/a>) l\u00e4sst sich leicht herstellen.&nbsp;<br>Adele Strauss geb. Deutsch war die dritte Frau von Johann Strauss (Sohn) (Abb. 3). Wie ihre Vorg\u00e4ngerin unterzeichnete sie mit &#8222;Frau Johann Strauss&#8220; und hatte den Namen Strau\u00df durch ihren verstorbenen Gatten Anton Strau\u00df in die Ehe mit Johann Strauss mitgebracht. Sie hatte zwei Schwestern Namens Helene und Luise, auf die sp\u00e4ter noch eingegangen wird. Alice Epstein geb. Strau\u00df war ihre in die Ehe mit Johann Strauss  mitgebrachte Tochter, die in ihrer zweiten Ehe mit Richard Epstein verheiratet war.                                             Es lohnt sich, auf die abwechslungsreiche Lebensgeschichte von Alice Epstein einzugehen:&nbsp; Geboren am 23. l. 1875 in Wien als Alice Elisabeth Katharina Maria Strau\u00df, Kind des Anton Strau\u00df (geb. am 6. 3. 1845 in Wien, gest. am 7.1.1877 in Wien) und der Adele Strau\u00df, geb. Deutsch, (geb. am 1. 1. 1856 in Wien, gest. am 9. 2. 1930 in Wien). Alice heiratete am 27. 2. 1896 Wilhelm Franz Josef Marquis de Bayros, den bekannten Maler, Illustrator und Exlibrisk\u00fcnstler. <br> Bei der Hochzeitsfeier unterschrieben auf einer Tischkarte der Zeichner Theo Dr. Max Neuda, der Bildhauer Victor Tilgner und der Schriftsteller Ludwig Ganghofer, dessen Gedicht <em>&#8222;Auf zum Tanz&#8220;<\/em> Strauss zu einer Schnell Polka inspiriert hatte. <br><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"255\" height=\"319\" src=\"http:\/\/www.twr.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/abb3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-142\" srcset=\"https:\/\/www.exlibris.or.at\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/abb3.jpg 255w, https:\/\/www.exlibris.or.at\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/abb3-240x300.jpg 240w\" sizes=\"(max-width: 255px) 100vw, 255px\" \/><figcaption> <strong>Eine Kuriosit\u00e4t: auf dieser Tischkarte unterschrieb zum Spa\u00df Brahms mit &#8222;Johann Strauss&#8220; und Strauss mit &#8222;Johannes Brahms&#8220;! Brahms war Trauzeuge. <\/strong> <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><br><br>&nbsp; <br>Bayros spezialisierte sich als Maler auf Damenportr\u00e4ts, in seinen Exlibris auf erotische Frauenfiguren. Seine Feder-, Tusche- und Bleistiftzeichnungen wurden vielfach als Heliograv\u00fcren reproduziert. Haupts\u00e4chlich wurde er durch seine Skandale und Prozesse ausl\u00f6senden Illustrationen zu erotischer und pornographischer Literatur bekannt.&nbsp;   &nbsp;     &nbsp; &nbsp;  &nbsp; &nbsp;                              <a href=\"http:\/\/members.aon.at\/musikus\/spuren2.htm\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<p> Viele Ausgaben sind nur als Privatdrucke erh\u00e4ltlich. Ein f\u00fcr den \n  K\u00fcnstler typisches Exlibris soll hier nicht fehlen. Bayros hat freiz\u00fcgigere \n  Bl\u00e4tter als jenes f\u00fcr Richard Strauss gezeichnet, es kann jedoch als \n  Beispiel dienen, was man damals unter Pornographie verstanden hat (<a href=\"http:\/\/members.aon.at\/musikus\/img\/exl3.jpg\">Abb. \n  4<\/a>).&nbsp; &nbsp; \n<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"\"><tbody><tr><td>   \n      <\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/members.aon.at\/musikus\/img\/button.jpg\" alt=\"7. K\u00f6rner, W., I. und A. Scholz, Dies Bildnis ist bezaubernd sch\u00f6n, Berlin 1991.\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/members.aon.at\/musikus\/img\/button.jpg\" alt=\"8. Johann Strauss zum 150. Geburtstag, Ausstellung der Wiener Stadtbibibliothek 22.5. - 31.10.1975, Katalog von F. Racek, hrsg. Wiener Stadtbibl., Wien 1975\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"http:\/\/members.aon.at\/musikus\/info2.htm\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/members.aon.at\/musikus\/img\/info.jpg\" alt=\"\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Ob Richard Strauss (nicht verwandt\nmit J. Strauss) das Exlibris bei Bayros bestellt hat, ist nicht bekannt. <br>Es\n ist auch nicht un\u00fcblich, dass ein K\u00fcnstler\neiner bekannten oder ber\u00fchmten Person ein Blatt widmet. Die Aufl\u00f6sung \ndes Blattes stellt keine allzu gro\u00dfe\nSchwierigkeit dar.\nDie nackte Salome hat die Silbersch\u00fcssel an eine Wand gelehnt, w\u00e4h\u00adrend \nein Panther, das auf die Stufen flie\u00dfende Blut, leckt. Das\nNotenornament \u00fcber der Szene ist das Thema der T\u00f6tung des T\u00e4ufers \nJochanaan.\nEntstanden ist die Heliograv\u00fcre 1912. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\nEine Gesamtausgabe des Werkes von Bayros, \nauch mit einer Deutung des vorher be\u00adschriebenen Exlibris, wird voraussichtlich 1999 unter dem Titel &#8222;Gl\u00fccklich ist, wer\nvergisst&#8220; von dem Wiener Bayrosforscher Michael Gryksa erscheinen. Der Titel be\u00adzieht\nsich auf das von Bayros gemalte \u00d6lbild &#8222;Ein Abend bei Johann Strauss&#8220;, in das sich Franz von Bayros zwischen Johannes Brahms\nund Max Kalbeck selbst hineinge\u00admalt hat. Nachdem er bei der Familie Strauss in\nUngnade gefallen war, wurde sein Gesicht \u00fcbermalt, auch eine Form der <em>damnatio\nmemoriae. &nbsp;&nbsp;&nbsp;\n<\/em>\n<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/members.aon.at\/musikus\/img\/button.jpg\" alt=\"9. Musica in Nummis, hrsg. v. K. Andorfer und R. Epstein, Wien 1907.\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p> Zum zweiten Mal getraut wurde Alice am 2. 3. 1899 mit Richard Epstein (geb. 26. 1. 1869 in Wien, gest. 1. 8. 1919 in New York).  Richard Epstein war &#8211; wie bereits sein Vater Julius &#8211; ein bekannter Pianist und Professor am Wiener Konservatorium. Richard Epstein war in Exlibriskreisen kein Unbekannter, hatte er doch mit dem bekannten Sammler und Mitbegr\u00fcnder der \u00d6sterreichischen Exlibrisgesellschaft, Karl Andorfer, eine Arbeit \u00fcber M\u00fcnzen mit musikalischen Motiven verfasst. &nbsp;&nbsp;&nbsp; Diese Bekanntschaft war vermutlich das Motiv f\u00fcr Alice Epstein, im Jahre 1911  der \u00d6sterreichischen Exlibrisgesellschaft beizutreten (\u00d6EG JB. 9\/1911). Ber\u00fchmtester Sch\u00fcler  von Vater Epstein war Gustav Mahler. Er geh\u00f6rte auch zum Freundeskreis  von Johann Strauss und Johannes Brahms. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/members.aon.at\/musikus\/img\/button.jpg\" alt=\"10. Mein herzlichster Dank gilt dem Doyen der Wiener Straussforschung, Herrn Prof. Dr. Eberhard W\u00fcrzl, der mir immer wieder in selbstloser Art und Weise mit Rat und Unterlagen behilflich war\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/members.aon.at\/musikus\/img\/button.jpg\" alt=\"11. Emma Pollak war eine Cousine von Adele Strauss, und Alice Pollak (verehel. Gurschner) ihre Tochter, die als Schriftstellerin unter dem Pseudonym Paul Althof bekannt war - s.Anm. 12\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/members.aon.at\/musikus\/img\/button.jpg\" alt=\"12. W\u00fcrzl, Eberhard: Vom Ringstra\u00dfenpalais in die innere Emigration, zum 50. Todestag von Alice Pollak-Gurschner, in: Studien zur Wiener Geschichte, Jahrb. d. Ver. f. Geschichte d. Stadt Wien, Bd. 50, hrsg. von F. Opill u. K. Fischer, Selbstverl. d. Ver. f. Geschichte d. Stadt Wien, Wien 1994.\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Dem Strauss-Forscher Eberhard W\u00fcrzl&nbsp; \n  verdanke ich folgende herrliche Anekdote: &#8222;Zu den Pagliacci&#8220; hie\u00df \n  ein Gl\u00fcckshafen beim Augartenfest am 19. und am 20. 5. 1894 &#8220; zum besten \n  der Poliklinik, der W\u00e4rmestuben und des Leopoldst\u00e4dter Volksk\u00fcchen-Vereines&#8220;.<br>\n  Dort \u00fcbten sich u. a. Emma und Alice Pollak  \n  in Wohlt\u00e4tigkeit. Im Zelt &#8222;Zum alten Drahrer&#8220; wirkten &#8222;Frau \n  Johann Strauss&#8220; samt Tochter Alice und ihre zuk\u00fcnftigen Ehegatten \n  Wilhelm Marquis de Bayros und Richard Epstein. In diesem Zelt konnte man Handschriften \n  von Johann Strauss, Leoncavallo, Girardi u. v. a. erstehen.<br>\n  Das umfangreiche Programm und die Zeitungsberichte \u00fcber das Fest gew\u00e4hren \n  interessante Einblicke in die damalige Oberschicht der Gesellschaft, in ihre \n  Art, Wohlt\u00e4tigkeit in den Dienst der Eitelkeit zu stellen.  \n<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/members.aon.at\/musikus\/img\/button.jpg\" alt=\"13. &quot;Lieber Pepi&quot;, schreibt Johann Strauss am 1. 3. 1892 aus Prag an Josef Simon; &quot;Wie bist Du doch zu beneiden! Ich werde die ganze Componirerei am Nagel h\u00e4ngen - Alles zu Geld machen - und ein Holzgesch\u00e4ft creiren. Fa\u00dfdauben verkaufen scheint mir - wenn sie verlangt werden, ein leichter rasch sich abwickelnder Proze\u00df zu sein als mit Sim.(rock) fertig zu werden. Also Seid umschlungen Millionen Fasseln: der Inhalt den Ihr zu fassen die Aufgabe habet, ist nicht nur fliessender sondern auch gehaltvoller als in den Compositionen.&quot; (Wr.Stadt.u.L.-Bib., I.Nr.121.838) Johann Strauss erwartet die Prager Premiere die Auff\u00fchrung seiner Oper &quot;Ritter P\u00e1sm\u00e1n&quot; und ist \u00fcber den Berliner Verleger Fritz Simrock (Sim.) ver\u00e4rgert, der f\u00fcr das Notenmaterial einen hohen Preis forderte.\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Josef Simon, Bankier, geb. am 23. 2. 1854 in Horschitz (Horsice) in B\u00f6hmen, wurde durch die Heirat mit Luise Deutsch (der Schwester von Adele, geb. am 31.7.1860 in Wien, gest. am 15. 7. 1946 in Lugano) ein (angeheirateter) Stiefschwiegersohn von Johann Strauss (vgl. Anm. 4). Zu dem Exlibris f\u00fcr Josef Simon (<a href=\"http:\/\/members.aon.at\/musikus\/img\/exlib4.jpg\">Abb.5<\/a>) gibt es im Jahrbuch der \u00d6sterreichischen Exlibrisgesellschaft Nr.7\/1909 folgende Beschreibung:<br>      &#8222;Der sonnenumstrahlte Adler, der den Mittelgrund einnimmt, versinnbildlicht, dass Herr Simon durch eigene Kraft emporgestiegen ist. In seinen Krallen h\u00e4lt dieser Adler ein Notenblatt der Universal Edition, deren Pr\u00e4sident (?) Josef Simon ist. Das gefl\u00fcgelte Rad und die beiden Eisenbahnwaggons (sie!) deuten auf seine Funktionen als Vizepr\u00e4sident der \u00d6sterreichischen Verkehrs-Anstalt und als Verwaltungsrat der Wiener Lokalbahnen A.G. Die beiden F\u00e4sser, welche die Basis der Komposition bilden, erz\u00e4hlen von Simons kaufm\u00e4nnischer T\u00e4tigkeit als Pa\u00dfdaubenh\u00e4ndler in Prag, die seinen Wohlstand begr\u00fcndete. Die Theater-Embleme schlie\u00dflich, die oben (rechts und links vom Fl\u00fcgelrad) zu sehen sind, erinnern uns daran, da\u00df der vielseitige Mann ein hervorragender Kunstm\u00e4zen und Mitbesitzer des Theaters an der Wien ist.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/members.aon.at\/musikus\/img\/button.jpg\" alt=\"14. Universal Edition, &quot;Ein guter Anfang: 1901 bis 1907&quot; - Pan-Zeitung Nr.4\/1996, Z\u00fcrich.\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>\nDie Pr\u00e4sidentschaft Josef Simons bei der Universal-Edition l\u00e4\u00dft sich \nnicht belegen, sicher jedoch ist, da\u00df die Verlagsgr\u00fcndung auf seine \nInitiative zur\u00fcckging. Er geh\u00f6rte dann nach der ersten konstituierenden \nGeneralversammlung am 15. 6. 1901 neben den Verlegern Bernhard \nHerzmansky, Adolf Robitschek und Josef Weinberger dem Verwaltungsrat der\n Universal Edition an. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"http:\/\/members.aon.at\/musikus\/info1.htm\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/members.aon.at\/musikus\/img\/info.jpg\" alt=\"\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>1917 wurde aus Herrn Josef Simon &#8211; &#8222;Josef Edler von Simon&#8220;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/members.aon.at\/musikus\/img\/button.jpg\" alt=\"15.Bauer, Anton: 150 Jahre Theater an der Wien, Z\u00fcrich, Leipzig, Wien 1952.\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>\nMit Kaufvertrag vom 17. 3. 1900 erwarben Josef Simon, Leon Doret und \nBaron Emil Kubinsky das Theater an der Wien von Alexandrine von \nSch\u00f6nerer. Erst am 8. 5. 1924, nach mehr als 24 Jahren, verkaufte Josef \nSimon seinen Anteil. <\/p>\n\n\n\n<p>Folgende\n Zeilen aus der spitzen Feder von Marcel Prawy \u00fcber die \nGesch\u00e4ftsverbindung zwischen &#8222;Frau Johann Strauss&#8220; und Josef Simon \nsollen dem Leser nicht von vorenthalten bleiben: &#8222;Adeles Stammplatz im \nTheater an der Wien war die dritte Loge, Parterre, links. Nach der \nUrauff\u00fchrung von Franz Leh\u00e1rs &#8218;Graf von Luxenburg&#8216; 1909, stellte sie \nfest:\n&#8222;Der Mann kann was!&#8220; Allerdings hatte die &#8218;Walzerwitwe&#8216; damals durch \nihren Schwager Josef Simon als Strohmann mit den Eink\u00fcnften der Strauss \nOperetten im Jahre 1900 ein Viertel des Theaters an der Wien gekauft und\n konnte dort keine Mi\u00dferolge brauchen. <\/p>\n\n\n\n<p>Ihre\n abendf\u00fcllend zur Schau getragene tantiemengeschw\u00e4ngerte Liebe durfte \nsich nun hemmungslos nicht nur \u00fcber Werke ihres Gatten, sondern auch \n\u00fcber die neuen Produkte der silbernen Operettenzeit ergie\u00dfen. (&#8222;Seid \numschlungen, Millionen!&#8220;)\nSo stand der Schatten von Johann Strauss bei dem durch die Komponisten \nLeh\u00e1r, Kalman und Leo Fall bewirkten Aufstieg der silbernen Operette im \nTheater an der Wien zwar nicht k\u00fcnstlerisch, aber doch finanziell im \nHintergrund.&#8220; (vgl. Anm. 5).<\/p>\n\n\n\n<p> Durch ihr fanatisches Sendungsbewu\u00dftsein und ihre Aktivit\u00e4ten machte  sich Adele nicht immer beliebt, f\u00fcr viele wurde sie &#8222;Die l\u00e4stige Witwe&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Ischl<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/members.aon.at\/musikus\/img\/button.jpg\" alt=\"16. Maria von Peteani: Es war einmal in Ischl, Artikelserie in den 0.\u00d6. Nachrichten 1958. (Sp\u00e4ter in Buchform, im Verlag Trauner in Linz.) Der Autor dieser Arbeit zitiert aus dieser Erz\u00e4hlung um der Zusammenh\u00e4nge willen und ist sich dessen bewusst, dass m\u00f6glicherweise nicht alle Begebenheiten verifizierbar sind.\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>&#8222;Man schrieb das Jahr 1893&#8220;,  \n  erz\u00e4hlt Maria von Peteani, &#8222;als mein Fu\u00df das erste Mal Ischler \n  Boden betrat. Johann Strauss und seine Gattin Adele hatten meine Eltern eingeladen, \n  einige Wochen bei ihnen in der Erd\u00f6dy-Villa zu verbringen. <br>\n  Ein Photo des Walzerk\u00f6nigs, &#8222;Dem jungen liebensw\u00fcrdigen Ehepaar \n  Doktor Sauer&#8220; gewidmet, stammt vermutlich aus dieser Zeit (<a href=\"http:\/\/members.aon.at\/musikus\/img\/abb6.jpg\">Abb.6<\/a>). &#8222;Von \n  diesem ersten Aufenthalt sind meinem Ged\u00e4chtnis leider nur traumhaft verwischte \n  Erinnerungen geblieben&#8220;\n<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"\"><tbody><tr><td>  \n        <\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Maria war f\u00fcnf Jahre alt!\n<em> &#8222;&#8230; Auch erinnere ich mich eines Herrn, der nahe der Erd\u00f6dy-Villa wohnte \nund manchmal zu Onkel Jean auf Besuch kam. Er hie\u00df Johannes Brahms, hatte \neinen Apostelbart und trug weite Kleider wie ein Pastor. W\u00e4hrend nun Onkel \nJean mich in des Wortes wahrster Bedeutung nach Noten verw\u00f6hnte, und niemals \nverga\u00df, meine Bravheit zu loben, nahm Herr Brahms von meinem Vorhandensein \nnicht die leiseste Notiz, was ich ihm ver\u00fcbelte.&#8220; <br>\n&#8222;&#8230; und erst der Sommer 1897 brachte wieder eine Einladung nach Ischl. Von \ndiesem Aufenthalt wei\u00df ich wesentlich mehr, denn ich ging schon in die dritte \nKlasse der \u00dcbungsschule des Linzer P\u00e4dagogiums, nahm Klavierunterricht, \nund besa\u00df ein Stammbuch&#8230; \n<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/members.aon.at\/musikus\/img\/button.jpg\" alt=\"17. Eine seltene Erw\u00e4hnung! Marquis de Bayros wurde nicht nur auf seinem von ihm geschaffenen Bild \u00fcbermalt, sondern Adele hat sicherlich auch s\u00e4mtlichen Briefverkehr, der ihn betrifft, vernichtet\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Sowohl im Wiener Palais in der Igelgasse wie in der Ischler Villa gruppierte \n  sich um Johann und Adele ein Kreis von Freunden, zu denen zahlreiche S\u00e4nger \n  der Hofoper und Schauspieler des Burgtheaters geh\u00f6rten. Der liebensw\u00fcrdige \n  Pianist Alfred Gr\u00fcnfeld, von dem es hie\u00df, er habe Samtp\u00f6lsterchen \n  an den Fingerspitzen, der Bildhauer Tilgner, der Maler der Maler Marquis Franz \n  de Bayros,  \n  die Komponisten Goldmark, Bittner und Gr\u00e4dener, und viele andere, deren \n  Namen daheim und in der Fremde goldenen Klang besa\u00dfen. &#8230; Da\u00df sich \n  auch unser ober\u00f6sterreichischer Landsmann Anton Bruckner ab und zu bei \n  Strauss einfand, d\u00fcrfte nicht allgemein bekannt sein. Zwar sch\u00fcchterte \n  ihn die Pracht der ungewohnten Umgebung anfangs ein, doch das gab sich nach \n  dem ersten Glaserl Gumpoldskirchner. Bruckner liebte die Musik des Walzerk\u00f6nigs \n  ebenso wie die k\u00f6stlichen, blonden Brathenderln, die eine Spezialit\u00e4t \n  der Strauss&#8217;schen K\u00fcche waren&#8230; <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Im Sommer 1903 mietete  Josef Simon, der Schwager von Johann Strauss, die ger\u00e4umige  Saarsteiner-Villa Ecke Habsburger- und Brennerstra\u00dfe. Er kam mit gro\u00dfer  Dienerschaft aus Wien und \u00f6ffnete seine Salons den Gr\u00f6\u00dfen der Kunst.  Josef Kainz war einer seiner h\u00e4ufigsten G\u00e4ste, ich habe ihn oft dort  erlebt, auch Girardi kam, Leo Slezak, Marie Gutheil-Schoder, Arnold  Korff, Harry Waiden, die entz\u00fcckende Susanne Reinhold-Devrient, die  Schwestern Marie und Lily Lehmann (Patenkinder meiner Gro\u00dfmutter Sauer),  Professor Horowitz, einer der hervorragendsten Portr\u00e4tisten der  damaligen Zeit, Julius Komgold und noch viele andere, die ich leider  nicht pers\u00f6nlich kennen lernen konnte, weil ich nur jenen Einladungen  beiwohnen durfte, die am Nachmittag stattfanden.<\/em> (F\u00fcnfzehnj\u00e4hrige wurden um neun Uhr ins Bett geschickt).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"\"><tbody><tr><td> <em><\/em> \n        <\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p> <em><br>\n  Eines Tages nun hie\u00df es, ein neuer Stern werde zum F\u00fcnf Uhr Tee erscheinen. \n  Er hie\u00df Franz Leh\u00e1r, war Milit\u00e4rkapellmeister gewesen, und hatte \n  bereits drei Erfolgsoperetten herausgebracht. &#8222;Wiener Frauen&#8220;,&#8220;Der \n  G\u00f6ttergatte&#8220; und &#8222;&#8220;Die Rastelbinder&#8220;&#8230; Nach dem Tee hielt ich \n  den Augenblick f\u00fcr gekommen, mein Stammbuch zu z\u00fccken und es Herrn Leh\u00e1r \n  zwecks Unterschrift vorzulegen. Er entledigte sich dieser Aufgabe mehr als liebensw\u00fcrdig. \n  (<a href=\"http:\/\/members.aon.at\/musikus\/img\/abb7.jpg\">Abb. 7<\/a>)&#8220;<\/em> \n<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00e4tte man Franz Leh\u00e1r gesagt, er werde 25 Jahre sp\u00e4ter dieses kleine \n  M\u00e4dchen an sein Krankenlager berufen, damit es seine Biographie schreibe, \n  er h\u00e4tte hief\u00fcr wohl nur ein ungl\u00e4ubiges L\u00e4cheln gehabt.\n\n    &#8222;Geliebte Mizzi&#8220;\n  \n<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/members.aon.at\/musikus\/img\/button.jpg\" alt=\"18. In den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts war die Schutzfrist des Autorenrechtes noch auf 30 Jahre beschr\u00e4nkt. Da Johann Strauss 1899 gestorben war, sollte seine Musik 1929 frei werden. Adele Strauss aber k\u00e4mpfte f\u00fcr eine Verl\u00e4ngerung der Schutzfrist und erreichte 1929 im Parlament die Verl\u00e4ngerung auf 32 Jahre durch ein Gesetz, das man &quot;Lex Johann Strauss&quot; nannte, obwohl es nat\u00fcrlich auch alle anderen Komponisten betraf. Adele hoffte, innerhalb dieser zwei Jahre eine weitere Verl\u00e4ngerung der Schutzfrist duchk\u00e4mpfen zu k\u00f6nnen. Sie starb am 9. M\u00e4rz 1930, und die Musik wurde 1931 frei. Die 50j\u00e4hrige Schutzfrist wurde erst 1933 Gesetz und erfa\u00dfte nicht mehr r\u00fcckwirkend die Musik von Johann Strauss (s. Anm 2).\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>&#8230; beginnt eine Postkarte von Adele Strauss an Maria von Peteani, datiert \n  vom 11. 12. 1929, &#8222;leider kann ich heute nur in fliegender Eile schreiben, \n  und Dir herzlichst f\u00fcr Deine lieben Worte u. das Buch zu danken, auf dessen \n  Lecture ich mich schon innig freue! Morgen schl\u00e4gt meine Schicksalsstunde \n  in Form der Schutzfristfrage, die im Parlament zur Verhandlung kommt.  \n  Monate lang lebe ich in der gr\u00f6\u00dften Aufregung und Arbeit. Alice ist \n  Gott sei Dank gl\u00fccklich und zufrieden! Vielleicht kannst Du doch einmal \n  nach Wien kommen, wenn Du eine Vertretung bei Mama findest. Umarme sie, f\u00fcr \n  mich, u. sei auch Du umarmt von der alten, aber getreuen Tante Adele.&#8220;(<a href=\"http:\/\/members.aon.at\/musikus\/img\/abb8.jpg\">Abb. \n  8<\/a>).\n<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"\"><tbody><tr><td>  \n        <\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p><br>   Der in allen F\u00e4llen sehr pers\u00f6nlich gehaltene Inhalt dieser Schreiben    bezieht sich fast immer auf die neuesten Publikationen von M. v. Peteani. Mutter    und Tochter loben ihre Werke auf das h\u00f6chste. Alice meint sogar: &#8222;&#8230; es    ist wohl psychologiert (!), das reifste und feinste, was Du bis jetzt geschrieben    hast, und Du bewegst dich auf dem Wege gro\u00dfer Vollkommenheit.&#8220; Die sicherlich    interessanteste Erw\u00e4hnung in der aufgefundenen Korrespondenz betrifft die    Autorenschutzfrage in der vorher zitierten Postkarte (vgl. Anm. 18).<br>   Bereits am Beginn meiner Recherchen vermutete ich eine verwandtschaftliche Beziehung    zwischen M. v. Peteani und der Familie Strauss. Hinweise aus ober\u00f6sterreichischen    Zeitungsartikeln und auch aus dem Biographischen Lexikon von Ober\u00f6sterreich    waren bereits eindeutiger. Erst die Eintragung der Hochzeit von Josef Simon    mit Luise Deutsch im Matrikelarchiv der Wiener Kultusgemeinde l\u00f6ste diesen    Gordischen Knoten. Josef Simons Eltern, Salomon Simon aus Horice, geb. 1816,    Sophie, geb. Mandelbaum aus Horice, geb. 1830, sind auch die Gro\u00dfeltem    m\u00fctterlicherseits von Maria von Peteani. Josef Simon war also der Onkel    von Maria von Peteani.<br>   Im Peteani-Nachla\u00df im Stadtarchiv Linz sind vorhanden: zwei Postkarten    und drei Briefe von Adele und eine Postkarte von Alice Epstein, vier Briefe    von Dr. Hans Epstein-Strauss, f\u00fcnf Briefentw\u00fcrfe an ihn, und ein Brief    an Frau Oscar Straus<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"\"><tbody><tr><td> \n        <\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>So \n  bruchst\u00fcckhaft und unvollst\u00e4ndig der Nachla\u00df von Maria v. Peteani \n  leider ist, kann hier doch auch ein interessanter Fund das erste Mal vorgestellt \n  werden: Der Reisepa\u00df Johann Strauss f\u00fcr seine letzte, gemeinsam mit \n  Gattin Adele gemachte Ru\u00dflandreise im Jahre 1886 (<a href=\"http:\/\/members.aon.at\/musikus\/img\/abb9.jpg\">Abb. \n  9<\/a>). Er folgte einer Einladung der unter dem Protektorate der Zarin stehenden \n  &#8222;Gesellschaft zum rothen Kreuze&#8220;, in St.Petersburg mehrere Konzerte zu dirigieren. \n  Nach enthusiastisch gefeierten Konzerten in St.Petersburg gab der Walzerk\u00f6nig \n  noch drei Konzerte in Moskau und eines in Pawlowsk (in der N\u00e4he von St.Petersburg).\n<\/p>\n\n\n\n<p>Der im Namen seiner Majest\u00e4t Franz Josef I. ausgestellte Pa\u00df f\u00fcr \n  Herrn Johann Strauss, Hofball-Musik-Direktor, wurde am 30. M\u00e4rz 1886 f\u00fcr \n  die Zeit von drei Jahren G\u00fcltigkeit bestimmt. <em><br>\n  &#8222;Mit diesem reiset: Frau Adele Strauss dessen Ehegattin 1853 geboren. (In \n  der Russischen Einreisebewilligung) Nr. 7865 gemeldet dem Kaiserlich russischen \n  Konsulat zur Abreise nach Ru\u00dfland. Wien 22. M\u00e4rz 1886, 3. April 1886&#8220;.<\/em>\n<\/p>\n\n\n\n<p> Wieso wurden vom russischen Generalkonsul hier zwei verschiedene Ausstellungsdaten \n  angegeben? Das R\u00e4tsel ist schnell gel\u00f6st: Im russischen Kaiserreich \n  wurde noch bis zur Oktoberrevolution nach dem Julianischen Kalender gerechnet! \n  Dieser ging unserem Gregorianischen Kalender um 12 Tage nach. Diese Datumsdifferenz \n  wurde auch von den Br\u00fcdern Strauss einmal \u00fcbersehen. Sie bestellten \n  im Jahre 1869 die Musiker um zwei Wochen zu fr\u00fch nach Pawlowsk, und Johann \n  Strauss hatte die Kosten zu tragen. Mit 6. April datiert die Eintragung f\u00fcr \n  den St.Petersburger Aufenthalt. Familie Strauss hat in der Michailow-Stra\u00dfe \n  gewohnt.<br>\n  Die Moskauer Aufenthaltsbewilligung der zust\u00e4ndigen Bezirkspolizeibeh\u00f6rde \n  (datiert mit 26. April 1886) hat folgenden Text: &#8222;&#8230; dem \u00f6sterreichischen \n  Untertanen Johann Strauss mit Frau Adele ist der Aufenthalt in Ru\u00dfland \n  bis Oktober 1886 gestattet, f\u00fcr l\u00e4ngeren Aufenthalt ist ein Pa\u00df \n  f\u00fcr den Aufenthalt ausl\u00e4ndischer Personen im russischen Kaiserreich \n  anzufordern&#8220;.<br>\n  Der K\u00fcnstler wohnte mit seiner Gattin im Hotel Dussaux. Die n\u00e4chste \n  Eintragung vom 20. Mai 1886 stammt wieder von einer Bezirkspolizeibeh\u00f6rde \n  in St.Petersburg.; Familie Strauss logierte diesmal am Newsky-Prospekt Nr. 58.<\/p>\n\n\n\n<p>   Dem Pa\u00df beigelegt, vermutlich von Maria v. Peteani, ist eine Eintrittskarte    mit folgendem Text: <em>&#8222;Eintrittskarte zur Leichenfeier des Johann Strauss,    Evangelische Kirche A.C., I. Dorotheergasse 18&#8220;.<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p>  Von  Emil Pirchan, Exlibris f\u00fcr Oskar Reichsritter Peteani von Steinberg Kapit\u00e4n a.D. M\u00fcnchen 1909 94&#215;27, nach rechts sprengender Ritter in voller R\u00fcstung mit dem geteiltem Wappenschilde der Peteanie im oberen Feld ein eink\u00f6pfiger Adler, im unteren ein Turm mit zwei Zinnen. Auf der Pferdedecke wiederholt sich das Wappen drei Mal. DEG 1913, S. 137, keine Abbildung. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Leh\u00e1r <\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/members.aon.at\/musikus\/img\/button.jpg\" alt=\"19. O.\u00d6.Nachrichten, 1.2.1958, &quot;Wie Mizzi Sauer zu Maria von Peania wurde&quot;, von Herbert Lange.\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/members.aon.at\/musikus\/img\/button.jpg\" alt=\"20. Einsehbar ebenfalls im Stadtarchiv Linz.\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>45 Jahre nach Franz Leh\u00e1rs Tagebucheintragung f\u00fcr das Fr\u00e4lein Mizzi  Sauer, ruft der Komponist 1947 aus Z\u00fcrich an und fragt, ob sie nicht  seine Biographie schreiben wolle.  Sie ist begeistert, und ein reger Briefwechsel zwischen beiden beginnt.   Schlie\u00dflich ruft Leh\u00e1r sie an sein Krankenbett in seiner Ischler Villa.  Leider ist ihm nicht mehr verg\u00f6nnt, das Erscheinen seiner Biographie zu  erleben. Leh\u00e1r stirbt am 24.10.1948 in seinem geliebten Ischl. <\/p>\n\n\n\n<p><em>Franz Leh\u00e1r, Seine Musik &#8211; Sein Leben<\/em><br>erschien erst 1950 in dem von ihm gegr\u00fcndeten <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.glockenverlag.com\" target=\"_blank\">Glocken-Verlag<\/a>.  Die bisher unbekannte Korrespondenz  zwischen Leh\u00e1r und Maria v.  Peteani zeigt deutlich, wie sehr Leh\u00e1r auf Details eingegangen ist. Es  war ihm ein Anliegen, da\u00df sein Leben und sein Lebenswerkt durch eine  Person seines Vertrauens niedergeschrieben wurde.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"http:\/\/members.aon.at\/musikus\/img\/abb10.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/members.aon.at\/musikus\/img\/abb10s.jpg\" alt=\"Abb.10: Gruppenphoto, von links nach rechts: Kammers\u00e4ngerin Ester Rethy, Kammers\u00e4nger Marcel Wittrich, Maria von Peteani, Franz Leh\u00e1r, Jetty Topitz-Feiler, Stadtarchiv Linz\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"http:\/\/members.aon.at\/musikus\/info3.htm\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/members.aon.at\/musikus\/img\/info.jpg\" alt=\"\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>\nDieser Aufsatz kann seiner K\u00fcrze wegen nat\u00fcrlich nur ein unvollst\u00e4ndiges\n Bild von Maria von Peteani zeichnen. Eine Aufarbeitung seitens der \nJohann Strau\u00df-Gesellschaft steht aber sicherlich noch bevor.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Peter Rath<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Maria von Peteani &amp; Johann Strauss &#8222;Spurensuche im Walzertakt&#8220; von Peter Rath Es ist immer wieder erstaunlich, welche F\u00fclle an ungehobenen Sch\u00e4tzen noch in den alten Jahrb\u00fcchern der \u00d6sterreichischen Exlibrisgesellschaft verborgen liegen. Die Vorstellung einer neuen Exlibrisk\u00fcnstlerin im Jahrbuch Nr. 7\/1909 und eine weitere Erw\u00e4hnung in Nr. 9\/1911 in der Rubrik &#8222;Allerlei neue Exlibris&#8220; f\u00fchrten &hellip; <a href=\"https:\/\/www.exlibris.or.at\/?page_id=558\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Maria von Peteani<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":136,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.exlibris.or.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/558"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.exlibris.or.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.exlibris.or.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.exlibris.or.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.exlibris.or.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=558"}],"version-history":[{"count":16,"href":"https:\/\/www.exlibris.or.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/558\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1797,"href":"https:\/\/www.exlibris.or.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/558\/revisions\/1797"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.exlibris.or.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/136"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.exlibris.or.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=558"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}